Warum muss es bloß immer Google sein?

Wann immer man versucht sich mit dem Thema Innovation und besonders innovativen Unternehmen zu beschäftigen, scheint kein Weg an Google vorbeizuführen. Egal wo man sich umhört oder umschaut, fast immer wird Google als leuchtendes Beispiel für Innovation in die Höhe gehalten.Viele Firmen reagieren bei diesem Thema daher oft schon genervt – oder zumindest gereizt – wenn Ihnen mal wieder jemand erzählen möchte, dass Google mit seinem Vorgehen quasi den „Heiligen Gral“ der Innovation gefunden hat.

Sicherlich, bei Google handelt es sich um ein innovatives Unternehmen. Gleichzeitig sind Unternehmen aus der IT bzw. Softwarebranche ganz andere Restriktionen gesetzt als Unternehmen, die tatsächlich auch mit Kosten jenseits der Arbeitszeit von Entwicklern planen müssen. Wenn hier ein Entwickler mal mit einer Idee danebenliegt, hat er vielleicht ein paar Arbeitsstunden verschwendet. Wenn dasselbe in der produzierenden Industrie passiert, können im schlimmsten Fall ganze Produktreihen auf den Schrott geworfen werden.

Da mag man sich fragen, gibt es denn wirklich nichts anderes? Kann man nicht noch andere greifbare Beispiele für Innovation finden, ohne immer direkt auf Google zeigen zu müssen? Und ob man diese finden kann. Man muss nur ein wenig genauer hinsehen. Beispiele dafür finden sich im Markt genug.

Ein sehr gutes Beispiel ist 3M, welches bereits mit dem Namen „Minnesota Mining and Manufacturing“ deutlich macht, dass es mit Sicherheit nicht in der IT-Branche zu Hause ist. Dem Einen oder Anderen mag 3M vermutlich vor allem durch die Erfindung der Post-Its ein Begriff sein, aber auch in anderen Bereichen ist 3M ein hoch innovatives Unternehmen. Besonders spannend ist, dass 3M die sogenannte 15% Zeit eingeführt hat. Ingenieure mit spannenden/erfolgsversprechenden Projekten können sich bewerben, um so 15% ihrer Arbeitszeit mit diesen Projekten zu verbringen. Und siehe da, ein ähnliches  Konzept gibt es auch bei Google. Ein solcher Anreiz seine Mitarbeiter zum kreativen und eigenständigen Denken zu bewegen funktioniert  also auch außerhalb der IT-Welt.

Ein weiteres gutes Beispiel ist Samsung. Früher als CopyCat verschrien, zählt es heute mit zu den innovativsten Unternehmen weltweit. Auch hier ging man neue bzw. andere Wege in der Produktentwicklung, um sich auf dem Markt neu zu positionieren. Bei Samsung gibt es beispielsweise sogenannte „Entwicklerpraktika“ bei denen die Produktentwickler und Ingenieure oft ein Praktikum in anderen Abteilungen machen, um so die Bedürfnisse  ihrer Kollegen besser zu verstehen und ihren eigenen Horizont zu erweitern. Dieser Gedanken und Erfahrungsaustausch soll die Kreativität fördern und einen einfachen Blick über den Tellerrand ermöglichen.

Aber was kann man aus diesen Beispielen lernen?

Es muss eben nicht immer Google sein! Natürlich kann man sich von der Firmenpolitik Googles inspirieren lassen, evtl. sogar einzelne Elemente an sein eigenes Unternehmen anpassen. Aber die wichtigste Lektion ist mit Sicherheit: Google ist Google und Ihr Unternehmen ist Ihr Unternehmen. Wenn es um Innovation geht gibt es keine Blaupause für den Erfolg. Was bei Google zum Erfolg führt, kann bei anderen Unternehmen vielleicht in den Ruin führen. Andersrum kann Google nicht einfach Innovationstechniken von anderen Unternehmen kopieren.

Wichtig ist, dass Innovation bzw. Innovationspotential etwas Hochindividuelles ist, und von jedem Unternehmen für sich selbst gefunden werden muss. Man kann sich durch andere  Unternehmen inspirieren lassen, sollte jedoch aufpassen nicht in eine Situation zu kommen, wo man krampfhaft versucht den Erfolg anderer auf sich selbst zu kopieren.

Von daher gilt: Finger weg von Google, finden Sie Ihren eigenen Weg!

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